Eine Amazonbewerbung!

15.09.2008

Erster Versuch

Im April diesen Jahres stieß ich auf eine Stellenanzeige bei Amazon. Gesucht war ein Linuxadministrator, würde mich also interessieren. Die Bewerbung war mit PDFLatex schnell erstellt und mit ein paar Arbeitszeugnissen so um die 4 MB groß. Die E-Mailadresse fand sich auf der Webseite der Stellensuchmaschine. Das letzte was ich davon gesehen habe war der Log-Eintrag in meinem Mailserver über die erfolgreiche Ablieferung der E-Mail bei Amazon. Es gab weder eine Nichtzustellbarkeitsmeldung noch eine Eingangsbestätigung. Mein erster Verdacht: E-Mailkommunikation scheint es bei Amazon noch nicht zu geben. Ich habe dann nochmal die Amazon-Webseiten durchgesehen und die lustige Beschränkung auf „Word-Format (max. 1 MB)“ gesehen. Ich soll ein Dokument schicken, dass sich erstens bearbeiten lässt und zweitens seine Druckformatierung aus dem dort installierten Druckertreiber ableitet? Hört sich sehr professionell an. Und wieso soll ich als Linuxer (MS) Word benutzen wollen? Damit war die Sache eigentlich für mich vorbei.

Zweiter Versuch

Im August war wieder eine vergleichbare Stelle ausgeschrieben. Mmm, der Standort scheint sich ja gut zu entwickeln. Da mich die Linux-Infrastruktur von Amazon schon interessiert, wollte ich es einfach nochmal versuchen. Diesmal aber über das Webformular. Jetzt kannte ich ja die Beschränkungen und konnte da, oh Wunder, auch PDFs hochladen. Jetzt kam gleich eine Eingangsbestätigung per E-Mail (wenn auch von einem Dienstleister). Amazon hat offenbar immer noch kein Mailsystem.

Schon am nächsten Tag ein Anruf zwecks Terminvereinbarung für ein telefonisches Bewerbungsgespräch. Schön, dass ging aber schnell. Zur vereinbarten Zeit habe ich dann eineinhalb Stunden auf den Anruf gewartet, vergeblich. Eine E-Mail mit einer kurzen Erklärung was schief gelaufen ist. Das wäre doch mal was. Aber Amazon hat offenbar noch ….

In der Woche darauf wieder ein Anruf zur erneuten Terminvereinbarung und einer Entschuldigung. Na immerhin. Diesmal klappt der Termin. Am anderen Ende eine junge, sympatische Stimme. Ich bin mir nicht sicher, was dieses Interview über den Bewerber liefern soll. Es war so ein bisschen „Malen nach Zahlen für Personalsachbearbeiter“ oder besser HR Assistants. Die Frage was mich denn an der Position reizt, hatte ich den Betrieb von großeren Linuxservern und so Sachen wie das Cloud-Computing erwähnt. Die Reaktion am anderen Ende war „Haben wir hier Linuxserver?“. Ich war mir einen Moment unsicher auf welche Stelle ich mich beworben hatte. Irgendwie sind wir dann doch von Ihrer abzuarbeitenden Liste abgekommen. So musste Sie am Ende doch noch ein paar Punkte abhaken.

Nach dem Gespräch habe ich dann 2 Wochen auf eine Absage gehofft und sie nun auch in Form eine automatisch generierten E-Mail erhalten. Die Sendedomain war @invalidemail.com. Ganz großes Tennis.

Es war übrigens immer noch die Stelle vom April und keine zusätzliche. Falls sie wieder frei wird, bewerbe ich mich nochmal. Es hat Spaß gemacht.

Hoffentlich muss ich niemals eine Reklamation bei Amazon per E-Mail abschicken, denn die haben ….


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